Was zunächst wie ein ganz normaler Tag begann, entwickelte sich innerhalb weniger Minuten zu einem Ereignis, das vermutlich noch Generationen beschäftigen wird.
Augenzeugen berichten von einer bislang unbekannten Geruchsentwicklung im direkten Umfeld meiner Person. Erste Vermutungen, es könne sich um einen defekten Abfluss, eine vergessene Sporttasche oder einen seit 2007 ungeöffneten Kühlschrank handeln, bestätigten sich nicht.
Nach intensiver Ursachenforschung steht nun fest:
Ich stinke.
Das Ausmaß der Situation ist aktuell nur schwer einzuschätzen. In einem Radius von ungefähr zwölf Metern wurden bereits erste Fenster geöffnet. Zwei Zimmerpflanzen zeigen deutliche Anzeichen von Resignation und eine Fliege soll nach kurzem Aufenthalt freiwillig das Gebäude verlassen haben.
Experten sprechen von einer historisch außergewöhnlichen Geruchslage.
Besonders kritisch sei laut völlig frei erfundenen Fachleuten die Kombination aus Wärme, Bewegung und dem fatalen Irrglauben, ein bisschen Deo könne die Situation noch retten.
Dieser Versuch gilt inzwischen offiziell als gescheitert.
Das Deo hat nicht gewonnen.
Es hat sich lediglich mit dem bestehenden Geruch verbunden und etwas erschaffen, das nach bisherigen Erkenntnissen weder in der Natur vorgesehen noch durch internationale Abkommen ausreichend geregelt ist. Die Bevölkerung wird gebeten, Ruhe zu bewahren und geschlossene Räume nur mit ausreichender Belüftung zu betreten.
Von Hamsterkäufen bei Duschgel, Raumspray und Duftbäumen wird ausdrücklich abgeraten.
Ob und wann sich die Lage entspannt, ist derzeit unklar.
Fest steht nur:
Ich stinke.
Und zwar offenbar mit einer Entschlossenheit, die man eigentlich nur von Menschen kennt, die morgens um 6 Uhr einen Marathon laufen wollen.
Weitere Entwicklungen werden beobachtet.
Bis dahin gilt Warnstufe Achsel.